Susanne Kudorfer:
Wortgast für die Bäume

Susanne Kudorfer schreibt auf Wunsch von Angela Hausheer und Leo Bachmann über deren Aktions- und Interventions-Reihe «FÜR DIE BÄUME», beginnend im Herbst 2017 bis Sommer 2018 im Dorf Braunwald.

Eingeladen um meine Wahrnehmungen und die der Gäste in Worte zu fassen, in einem Gespräch nach den Anlässen und jetzt hier auf Papier – dem Computer.

Kann ich die Aktionen trennen von allem übrigen, das ich an den vier Wochenenden mit den Performances «Für die Bäume» im Herbst (7. Oktober 2017), Winter (20. Januar 2018), Frühling (19. Mai 2018) und Sommer (14. Juli 2018) in Braunwald erlebt habe? Gastfreundschaft, Offenheit, Gemeinschaft, Diskussionen – unterwegs, im Bsinti, im Heuerberg, bei Lotti in der Stube?

Dieser Text entstand grösstenteils nach der letzten Performance im Sommer aus meinen Notizen, den Gesprächen, Stimmen und Gedanken, danach und dazwischen. «Für die Bäume» hat mich über ein Jahr begleitet. Anders als die Künstler*innen Angela Hausheer und Leo Bachmann. Nicht gemeinsam, doch auf eine Art zusammen.

/// Herbst

gehen
kleine Gespräche
Blicke

Wohin führen sie uns?

ankommen beim schönen alten Haus
der Mann vor der Tür
der andere am Schuppen
schaffen

Einzelne grosse Ahorne unterwegs
dann eine Reihe

Rauschen vom Bach
und den Blättern unter den Füssen

ein Baumstumpf bekommt Fahnen
oder sind es die Bänder von Kränzen am Grab?

ankommen
schauen
sich verteilen

Moosgrün, gelbgrün, Tannengrün, Wiesengrün
im Herbstlicht

Felswände
der schattige grosse Berg

Zirren

ich steh’ im Kuhfladen

Warum stehen die Bäume am Bach?

Es beginnt zu tönen aus der Tuba und dem grünen Lautsprecher
Rückkopplung
Eine rote Frau joggt vorbei.

Nicht zu viel
Was fotografiert ihr?

Der neue Stall oder was es ist, ist nicht schön. Warum?

Ein Dialog von Tönen. Technisch. Quietschend. Melodiös jetzt aus der Tuba.

Bachab

Töne vom Schreiten, rascheln, rauschen
Goldig glänzt die Tuba. Silber weiss die Berge

Ruft Angela die rote Tonne an?
Nein. Den Bergahorn mit dem Vogelbääri

Ich mache ein Foto

auf der anderen Seite: tollste Wolken

ANRUFUNG

BERGHOREN ANBERG GARBEN GRABEN RAB ORENRAB OBERBERG GARN

blubbernde Tuba

Worte und Töne für Bäume

Bergahorn

Angela betritt den Stumpf
verschiedene Namen für den Baum
an verschiedenen Orten
dort unten sagt man

Der Baum an dem Leo steht ist blattlos

Vogelbääribäumli

Wortspiele mit Baumnamen

Wörter wandern

ich zeichne
Angela auf dem Baumpodest mit den Fahnen
schwarz – weiss

ein Gleitschirm hinten vorbei beim Bähnli

Der Schopf von der roten Tonne ist eine Transportbahnstation. Wohin?
Der Baum stand im Weg. Stumpf.

Die Esche beschwörend in Jeanne d’Arc Haltung

Ahorn Füsse im Wasser

einpacken

untendurch zurück

der Brummbach ist ein Stück trocken

Was ist das für ein Ort? Nutzlandschaft. Bäuerlich. Bach. Stromerzeugung. Sport. Tourismus

Was ist Mensch, was Natur?

Die Gruppe kehrt zurück an den Ausgangsort der Wanderung, dem Lese- und Kulturcafé BSINTI im Dorfkern. Hier haben wir uns versammelt und hier sitzen wir nach der Performance zusammen bei Tee, Most, Bier. Ich stelle mich vor als Kunst- und Kulturvermittlerin, die Angela im Kunstmuseum Luzern kennen gelernt hat. Dort habe ich ihre Performance zum Pilatus betreut. Jetzt arbeite ich im Freilichtmuseum Ballenberg. Mit dem Vortrag meiner Notizen formuliere ich eine – meine – Wahrnehmung der Performance und lade die Teilnehmenden ein, ihre Eindrücke auszusprechen.

Im Gespräch kommt der Konflikt um das Kraftwerk am Bach zur Sprache, von dem ich nichts wusste. Das Verhältnis von Vorbereitung und Realisierung der Aktion interessiert die Teilnehmenden. Wieviel ist geplant? Was entsteht spontan? Und wenn es anderes Wetter gewesen wäre? Leo: das kann ich dir nicht sagen. Das wäre gewesen wenn das Wetter anders gewesen wäre. Oder geworden?

/// Winter

Wirklich Winter. Wirklich Weiss

Performance in der Landschaft. Auf einen Ort reagieren, den man ausgewählt hat. Etwas dazu tun, das damit zu tun hat. Nicht zu viel. Was verändert die Performance an dem Ort? Was lässt sie uns wahrnehmen, das uns sonst vielleicht nicht aufgefallen wäre?

Bäume im Winter. Gepolstert. Die Landschaft. Raum ohne Weite. Weisser vor Weiss.

Landschaft als Bühne. Szenerie. Grossartiger Rahmen. Bäume als Statisten oder Akteure. Staffage oder Schauspieler. Requisit oder Architektur. Lebendig. Gewachsen. Gesetzt. Geworden. Gelassen.

Performanceplatz

Du bist die Fichte/ Rottanne
Und die Aussicht der Fichte, wer will die sein?

Heute machen wir mit.

Schneefeld zu beiden Seiten.
Wir stehen auf dem geräumten Weg.
Schifahrer und Spaziergänger kommen vorbei.

Am Weg entsteht ein Bilderwald. Schilderwald. Fichtenwald. Eine Demo.

Angela robbt den Hang hoch.

Den Weg dahin gestapft. Du bist der Weg.
Für uns und die Bäume machen wir eine Performance.
Die Performer versinken im Schnee.

Ein Wortband wird entrollt. Ein weisses Band. Der Schnee davor sieht jetzt grau aus.
Der Ort hat etwas von einem Theater. Abfallend.

Ich sehe die Buchstaben halb. Kann sie nicht richtig lesen.

O Baum
w . . . . .
Ein Baum von dir
o o dein Kleid
gibt zu . . . .

Leo packt das Instrument aus: ein Rohr aus dünnem Baumstamm oder Ast.
Angela: oh Baum. wie grün. du grünst. im Winter. es schneit. es schneit. grün. grüün. deine Blätter grün. O Baum. O Baum.
Es trötet und brummt aus dem Instrument.

Leo brummt, Angela ruft ihre Baumworte
aufeinander zu, am Schriftband entlang

Ein Baum von dir
du kannst mir
o o dein Kleid

Atemlos heiter werden Burglind und Friederike mit angerufen

gibt zu jeder Zeit
o wie grün dein Kleid

die Worte wandern zurück auf die Schriftrolle

Körperkunst
Atem Stimme
Worte
Bilder
Material

ein Auftritt in der Landschaft

aufeinander zu
voneinander weg
und miteinander tönender Dialog

sich ausbreiten und wieder einrollen

die Glocken läuten als ihr wieder auseinander geht

Übergänge
vom Spazieren zum Performen
vom Mitmachen zum Zuschauen
vom Vorbereiten zum Ausbreiten

Zusammenräumen

Erschöpfung
gerollt das letzte Stück

Ereigniskunst

geplante und ungeplante Ereignisse

Gegebenheiten

Ort
Mensch
Handlung
Material

Fridolin Walcher, der Veranstalter vom BSINTI spricht von Energien als wir zurück sind: rebellisch, stark. Vom Menschen in Fahrt zu bringen: So, jetzt bin ich hier, an dem Platz und jetzt mach’ ich das. Weiter habe ich aus den Gesprächen notiert: Arena, lieblich, zart, fein, in die Natur eingereiht, Band immer länger, Kraftakt auf Distanz, Interaktion zwischen euch, Beziehungsspiel, am Leintuch stricken, knüpfen. Hingabe, Anteilnahme an diesen Bäumen.

Teilnehmende sprechen vom Zusammenrollen der Schrift als Gebet, sakral, ruhig. Eingerollte Eindrücke. Verschiedene Stimmungen. Schön. Langsam.

Stark ist das Bild vom Band im Schnee. Das beige Klebeband der Buchstaben auf dem weissen Stoff wurde auch golden gesehen.

Im Text war so viel vom Grün die Rede. Hab’ mir einen Laubbaum vorgestellt. Tannen wirken im Winter eher grau als grün. Grün gehört und nicht gesehen.

Jede Fichte hat eine eigene Geschichte. Weide- und Wetterfichten. Wichtig für Vieh, als Unterstand, sagt der Förster.

Es wird gefragt: warum «Für die Bäume»? Angela erzählt von ihrer Arbeit «Für die Vögel» und von John Cage. Es ginge um die Auswahl, darum Wahrnehmung zu schärfen, erlebbar zu machen, was wir wahrgenommen haben, uns für sie einzusetzen. Im Herbst war es das Vogelbääri auf dem Bergahorn. Die Art und der Ort. Das Wesen von Baum und Mensch. Das Sehen in der Gesellschaft der Bäume. Nächstes Mal gehen wir in den Schleimenwald.

Aus einem Zeitungsinterview mit Don de Lillo notiere ich: «Wann war es je der Fall, dass Sprache wirklich Realität beschreiben könnte.»

/// Frühling

Das BSINTI ist in dieser Jahreszeit geschlossen. Wir gehen von dort los zum Schleimenwald und werden das Gespräch im Nussbüel führen. Meine Notizen sind anders und die Situation ist für das Gespräch nicht ideal: an zwei Tischen kurz vor dem Regen. Teilnehmende in Aufbruchstimmung. Auch die Performance war anders und ich habe versucht zu benennen, was ich wahrgenommen habe. Zuerst insgesamt, dann im Einzelnen.

Am Eingang zum Schleimenwald erhielten wir eine Handlungsanweisung. Wir sollen schweigend gehen FÜR die Bäume. Im eigenen Rhythmus und gemeinsam. Kollektiv. Gemeinschaft von Mensch und Wald. Nicht sprechen, in einer Zone höherer Wahrnehmung.

Die Performance findet an mehreren Stationen auf dem Weg durch den Wald statt. Ich habe den Eindruck einer Partitur. Einzelne Akte, Sätze. Rhythmus. Wie aufgereiht an einer Schnur. Ich kam mir vor wie verschluckt: am Eingang des Waldes, in die Performance und meine Wahrnehmung hinein und am Ende wieder ausgespuckt. Auf dem Weg: eine Dramaturgie von Wortspielen, Sprechakten, Musik und Tönen. Als starkes Bild bleibt mir die ZUWENDUNG.

Zu Beginn also eine Handlungsanweisung und das Verteilen der mitgebrachten Materialien. Es sind die einfachen Tafeln aus Pappkarton mit Holzstielen. Diesmal tragen sie nicht Fotos des nicht bespielbaren Performanceortes, der Bäume zu denen wir im Winter nicht gekommen sind, die Namen der Stürme, die verhindert haben, dass wir zu den beiden Winter-Bäumen und ihrer Aussicht gehen. Diesmal sind es durchgehend Worte auf den Tafeln. Angelas Text, den sie an einigen der Stationen sprechen wird. Text, den eine der Teilnehmenden ihr hinhält. Das ist eines der Bilder von ZUWENDUNG, die mir stark bleiben. Angela spricht die Tafel an, den Teilnehmer, der zum Mithelfer oder Mitperformer wird. Eine Art Dialog, Zuwendung, für die Bäume.

Erste Station an einem Bach, der aus drei Bächen zusammenfliesst. Braunwasser. Die Geräusche des Baches zusammen mit Leos Tuba. Hinhören. Schauen. Einstimmen. Wahrnehmung schärfen. Übergang.

Dann kommt lichter Ahorn. Meine ich jedenfalls. Ein Hang mit frühlingsgrünen Bäumen, den Angela betritt. Wir bleiben auf dem Weg. Die Tuba melodiös. Das Horn: Schrei, Ruf, Signal. Hell und Tief gegeneinander. Rhythmisches Zusammenspiel. Angela legt sich in die Biegung der Bäume, die aus dem Hang in die Höhe wachsen. Ihre Form – wie die von Alphörnern.

Bei einer Tannengruppe: die erste Deklamation von Tafeltexten. Wie Soli mit Gegenüber. Im Notizbuch: Zeichnungen der Tuba, des Sprachrohrs und der Tafel, auf die das Sprachrohr gerichtet ist. Rhythmische Wortkaskaden.

Nächster Halt: eine Brücke mit Bänkli. Leos Tuba blubbert ein stilles Stück. Angelas Rohre lauschen und verstärken. Sie hält sie den Teilnehmenden an die Ohren, steckt sie zusammen. Instrumente und Performende im langsamen stillen Tanz bei Kirchenglocken und Bauchrauschen.

Eine Bucht am Weg mit einem grossen Stein auf dem ein Baum wächst: wieder Text. Im Notizbuch:

Wann
See
ist
weiss Tanne
was ein nest

Dazu höre ich James Bond -artigen Sound.

Gelee
Erbe

Arten
Vielfalt

Natron Notenart – mit einem Kringel um das Wort «Not» in meinem Notizbuch.

«Tolle Worte» – unterstrichen.

Wir kommen zum Ausgang bei einem roten Bänkli.
Starkes Bild: aus dem Wald raus blickt man auf einen grossen Berg. Dreht man sich um, sieht man auf Häuser in Braunwald. Gebautes.

Jetzt kommt die ganz lange, hohe Texttafel zum Einsatz. Viel Text. Rhythmisch vorgetragen. Sich zuspitzend. Ein Finale. Zum Schluss:

Asphalt
Halt

Im Gespräch: Dankbarkeit für das Schweigen. Die Unterbrechung der kleinen Gespräche auf dem gemeinsamen Hinweg und dem diesmal individuellen Rückweg. Konzentration. Zone erhöhter Wahrnehmung.

/// Sommer

Ein frisches Notizbuch. Wir wandern wieder gemeinsam los vom BSINTI mit Zustossenden am Schwettiberglädeli. Es kommen neue Leute und Bekannte. Es geht hoch in die dem Schleimenwald entgegengesetzte Richtung. Wie sähe „Für die Bäume“ auf einer Geländekarte aus? Der Weg führt uns aus dem Siedlungsraum heraus. Es weiten sich der Blick und die Landschaft. Kleine Grüppchen plaudernd in der eigenen Geschwindigkeit. Zwischenhalt an einer Abzweigung. Noch weiter heraus aus der landwirtschaftlichen und ferienwohnenden Bebauung. Die ersten bleiben stehen. Beat hält das zu öffnende Ende eines Viehzauns in der Hand.

ins Gelände
durch den Zaun

Gebimmel
ein kühlendes Lüftchen

nicht vertrampen
mal absitzen
Beeren essen

Angela ist in einer Tanne verschwunden

frei bewegen
im Gelände verteilen
einen Platz finden

Panorama
Baumstumpf
Tannengruppe

Leo ist verschwunden

Ausschweifen

jetzt tönt es aus den Tannen
eine rhythmische Melodie mit hohen sprudelnden Lautfolgen

Vogelbeer

Sprechgesang zum Tubarhythmus

ich komme zu eurem Baumsitz ins Innere
ein langer Text
fachlich zum Vogelbääribaum, der Eberesche
Sie wurde im Herbst angerufen

Angela kommt mit ihrer langen Sprechtafel
Leo swingt in der Baumhöhle
die Kühe läuten von einer Seite

jetzt wird’s medizinisch

Bombe mit Vitamin C

Leo lässt sich blicken

Beeren verschluckt und geschissen

So geht Vermehrung bei dieser Art

Jetzt sehe ich erst das kleine Bäumchen

Platzwechsel

Beat trägt «wie grün»

«o Baum» kommt auf mich zu

Leo jetzt zarter, höher, singender, fast alphornmässig

die Worte verteilen sich und richten sich auf
und aus
zu den Bäumen

richte dich an eine Tanne

«Dein Kleid»

«wie grün»

«Du grünst»

«o Baum Baum»

das lange Spruchband vom Winter in Stücken verteilt an uns Teilnehmende

Angela schultert den Lautsprecher und zieht davon

Alphornmelodie auf Leos Tuba zum Kuhgeläut

jetzt tönts seltsam von Angelas Fels

das Mikro kreist und erzeugt so was wie Vogelschreie
oder sind es Stimmen?
es kreischt

Leos Tonart ändert sich Richtung Geblubber
Didgeridoo

Schwingen

ein Schmetterling kreist mit dem Mikro um Angela

ich erinnere mich an den Herbst als Angela mit den Textfahnen auf dem Baumstumpf stand

es singt aus der Tuba zum Brummen
es ruft und quietscht von Angelas Seite
ein Dialog von Klang und Schwingen

Leo verstummt
Angelas Schwingen klingt aus

«Dein Kleid»
weht im Lüftchen

«O Baum»
wurde zum Rock

ein anderes Textband wird schaukelnd gewogen

«wie grün»
läuft vorbei und kommt auf mich zu
bevor es sich neu ausrichtet auf eine Tanne

Angela beginnt die Worte einzusammeln

Was die Kühe von all dem mitbekommen haben?
Und die Tannen?

Eine Umarmung zum Schluss.

Danke!

Wir stehen noch ein wenig rum, Pflanzen werden untersucht, gepflückt, bestimmt. Jemand zeigt auf die Vogelbeerbäume, die aus den Tannen rauswachsen – oder umgekehrt.

Entspannter Rückweg mit Halt am Laden. Ablegen des Performancematerials am Heuerberg. Auf dem schöneren Weg zurück ins BSINTI. Wir sitzen im Freien zusammen an einem dreiteiligen Tisch. Ich beginne das Gespräch wieder mit dem Vorlesen meiner Notizen und frage nach den Eindrücken der Anwesenden. Von diesen Stimmen notiere ich:

als ich mit meinem «O» dastand

wandelnde Installation

frei bewegen? ich stocke. bin müde. will mich hinlegen. geh doch mal unter die Tanne wenn du Angela nicht verstehst.

die klänge hatten etwas sehr Ursprüngliches. mehrstimmig auf eine andere Ebene geraten. wie wenn die Natur etwas geantwortet hätte. andere Dimension. sehr eindrücklich. Antwort im Doppelton. Zusammen mit zwei Seiten. Reaktion der Natur. Leos Klänge von der menschlichen Geschichte.

mir hat so Eindruck gemacht, dass der Vogel den Baum gemacht hat
besonders und unscheinbar. nicht so grossartig und würdevoll. mit der ganzen Geschichte dazu. immer in anderen Bäumen.

Pionierbäume. lassen die Tannen durchwachsen und sind mit ihnen.

dieses Geschiss bekam so eine feierliche Würde durch deine Tuba.

mich hat wieder berührt die Auswahl des Platzes. wie ein geschützter Raum in diesen Baumgruppen.

irgendwo hingehen. sich setzen. aufhalten. Klänge dazu. Umgebung wahrnehmen. Sachen sehen, die man sonst gar nicht wahrnimmt. Wichtigkeit auch in der Medizin. nicht so prominent dastehen.

den Ort finden. in den Tannen ein grosser dicker Vogelbeerbaum.

meine Einstellung zur Vogelbeere hat sich geändert. irrsinniger Respekt nicht nur für die Vögel.

wann fängt eine Performance an? wann endet sie? für wen? für mich ist der ganze Nachmittag die Performance. vielleicht bin ich noch mittendrin.

wo beginnt’s? nicht ohne Spaziergang

anders in den Raum kommen
so anders, weil in der Natur nicht vorhersehbar
gemeinsame Bewegung

Gefühle einer Manifestation
Transparente zu den Bäumen hin
letztes Mal mit den Panneaus

nicht alles sehen war speziell

Dilemma zwischen lose und luege
leichte Überforderung
Augen auf und zu

hin und her hielt mich in Bewegung

ich hab’ dich gesehen auf deinem schönen grünen Tuch, bedeckt von der Fahne

am Anfang nicht sehen war gut für’s ankommen
hab’ mich für’s hören entschieden
hat mir Mut gemacht nicht zu schauen

hab’s riesig genossen das Akustische
konnte mein Talent als Hörender ausleben

schauen löst sich auf wenn ich einbezogen bin

ich muss es noch den anderen Tannen zeigen

was passiert wenn wir vom Besucher zum Teil werden

Ansprache und Teil dieser Umgebung werden. mehr als Bäume. Bild. Agieren und Sein, das sich einfügt in einen Ort

hätte noch länger dauern können

Kommunikation von Klang und Aktion in Bezug mit dem Ort

der Ort ist so anders wenn da 20 Leute sind. die machen dann da ganz was anderes. Überraschung für uns vielleicht grösser als für euch. die Kühe. so nah waren sie noch nie.

Zusammenspiel mit der Herde. der Klangkörper hat sich verschoben

wie mit den Tüchern dieser Raum entstanden ist