Gregory Hari:
Renée van Trier

Gregory Hari schreibt nach der Performance von Renée van Trier am Performance Art Festival «Jeter son corps dans la bataille» in Genf.

Renée van Triers Arbeiten sind persönliche Ausgüsse, exzessiver Ausdruck gepaart mit Popkultur und einem Punkheadbanging. Die Haare werden mehrmals in Einsatz gebracht, geschüttelt und geschwungen, der Körper tanzt feuchtfröhlich mit. Die Körperbewegungen reichen von einer unbeholfenen Haltung bis hin zu einem demnächst platzenden Zeppelin. Boom! Bang! Puff! Aber die Luft ist noch nicht weg und weiter geht das Gezappel. Kein Zappelphillip, auch keine Zappelphillipa, sondern die reinste Ausdrucksform des Verrücktseins. Gemurmel und Gequietsche, die Stimme gleicht der eines undefinierbaren Tieres, es tut sich etwas, aber man versteht kein einziges Wort. Sie mutiert, bewegt sich wie ein Monstrum. Die Kreatur ist erwacht. Die Arme angewinkelt, die Haare wie ein Schleier vor ihrem Gesicht ist sie in jedem Moment bereit zum Angriff, nicht gegen den Betrachter, sondern ein Angriff in Form einer Beschwörung. Alles raus, es muss raus! Ein performativer Exorzismus, die inneren Dämonen kommen zum Vorschein. Weder abgrundtief böse noch blutrünstig ist dieses Schauspiel der Natur. Das Innere nach aussen getragen, die Innereien werden nach aussen transportiert. Eine materielle Sauerei gibt es nicht, hinterlassen werden lediglich absurde Assoziierungen beim Betrachter oder ein Mitfiebern, Weiterwippen mit dem rechten oder linken Fuss. Ich fühle mit! Das Publikum fiebert mit bei der Ausgeburt von Renée van Trier, die es durch das Partizipieren an der Performance zu gebären gilt.