Andrea Saemann:
Nadine kennt Hanna Barbara. Woher bloss?

Andrea Saemann schreibt einen Akuttext zu den Performances am Samstag 12.03.2016 anlässlich von «Must or Not» im Kaskadenkondensator Basel.

Chris Regn
«Jetzt ist der Moment gekommen, die zweite Ausgabe von Must or Not, ein gemeinsames Denken im Zeigeformat», kündigt die Moderatorin das circa zweistündige Performanceprogramm an. Sie sagt auch: «Mirzlekid ist einfach da. Und Gisela ist auch einfach da.» Dann werden wir hineingebeten.

Glynis Ackermann mit Gisela Hochuli
Das Ausziehen der Kleider geschieht im Dunkeln.
Im Licht ist Gisela getrennt und grösser.
Hands Up – die Folie knistert.
Wer zittert?
Im Schatten findet die Zwei zur Einheit.

Ein Husten sucht die Weite und wird still.
Sitzen auf Stühlen und am Boden, altersgemäss.

Joëlle Valterio & Rolf Schulz
Sie schaut zu ihm. Er schaut zum Radio. Sie sitzen.
Die Gleichzeitigkeit ist zuviel. Sie hat es ausprobiert.
Der Radio macht’s aktuell, das mit dem Treppensaugen.
Zögern ist förderlich.

Gisela Hochuli
Sie hat ein rotes Bein, zum Rütli im Radio.

Markus Gössi
Auf einem Auge ist er blind.
Spinnen die Hände?
Musik im Forscherrock.
Vergewisserung und Banane essen.
Rotes Lachen im Anschluss.

Pausenplatz / Rolf Schulz, Gisela Hochuli, Mirzlekid
In der Pause wechselt Joëlle’s Tasche die Hände. Nun stecken beide Beine im Rot, im Blau der Bluse hängen Blumen. Ein Spiegel hilft, Stühle werden bewegt. Die Türe öffnet andersrum, als ich erwarte.

Ohne Ende und Scham an der Wand.
Absprachen werden getroffen. «Und dann kommt Judith.»
Dazwischen Fudischlitze, Bretterblicke, ohne Kleider auf der Kante.
«Zugriff gesperrt» so ein Bildschirm im Materialienkubus.

Tik ähähhhh — das Klebeband.
Ein Halbkreis formt sich, stumme Choreografien im Zuschauerraum. Gelbgesicht schaut im schwarzen T-Shirt, sitzt auf roten Arschbacken und meint Deutschland. Frau Merkel: Er wendet den Kopf.

Claudia Grimm mit DARTS — Disappearing Artists
Die Moderatorin arbeitet mit Sprache und gibt diese der Kuratorin, die im Auftrag nachstellt. «Curatissima, geh Du. Da ist genug Kunst drin.» Da ist ein Loch in der Strumpfhose. «Es macht nichts und ist nicht schlimm.» Die Brille geht rauf und runter, je nach Standpunkt und Erklärung.

Judith Huber
Esstäbchen verlängern Zugriff und Schlag.
Der Schrei geht ins Gestrick.
Pöpperle. Pöpperle. Pöpperle.
Nein! Keine Elefanten fliegen.
Der kleine Finger spreizt sich ab.

Pascale Grau
Eine Amöbe, eine Afrikanerin und eine Stirmlampe lässt uns erheben. Es wird gedankt, verklebt, gelacht und Abstand gehalten «Dafür». Danach ist mein Nachbar einer, der Machtkonstellationen nicht ausnützt. Der Hut fällt vom Du, die das Du selbst ist.
Ohne Makel.

Da ist sie wieder.
Die Moderatorin.